„Das Leben ist kurz, um schlechten Wein zu trinken.“

Johann Wolfgang von Goethe  (1749 - 1832)

über Portwein

Geschichte 

Seit dem 7. Jahrhundert wird in Portugal Portwein hergestellt. Das Aufspriten haben englische Kaufleute im 17. Jahrhundert eingeführt. Die Beigabe von Weinbrand machte den trockenen Wein besser und haltbarer für den Schiffstransport nach England. Ende des 17. Jahrhunderts, in Folge des Kriegs mit Frankreich boykottierte England die Weine aus Bordeaux, worauf der Portweinexport rasant anstieg. Doch der Erfolg hielt nicht lange an, denn Panscher hatten minderwertige Weine mit Holundersaft aufgepeppt, worauf die Nachfrage ins bodenlose sank.

In der Folge verfügte der portugiesische König 1756 die Gründung der „Allgemeinen Gesellschaft für den Weinbau im oberen Douro“. Neben einem Kataster, das die Produktionszone beschränkte, wurden auch Qualitätskriterien definiert.


Portwein

Der Portwein ist ein kraftvoller Wein, der im Abgrenzungsgebiet des Douro-Flusses unter besonderen Bedingungen produziert wird. Die besten Trauben gelangen in flache Becken, wo sie teilweise heute noch während zwei Tagen jeweils durch ca. 20 bis 30 Leute während vier Stunden im gleichmässigen Takt getreten werden. Dabei brechen die Traubenhäute auf und geben Farbpigmente frei ohne die Kerne zu verletzen. Zum Abschluss dieser eher monotonen harten Arbeit wir in den Trögen zu Musik getanzt.

Der anschliessende Gärvorgang wird durch Beigabe von Weinbrand im richtigen Moment im Verhältnis von ca. 450 Liter Wein zu 100 Liter Weinbrand gestoppt. Durch dieses Aufspriten erreicht der Portwein einen Alkoholgehalt von 19 bis 22 Volumenprozent.   

Nach der Aufspritung wird der Wein zur Lagerung in Holzfässern unterschiedlicher Grösse und zur  späteren Abfüllung nach Vila Nova de Gaia transportiert.

Der Portwein unterscheidet sich von Weinen anderer Weinregionen durch die enorme Vielfalt an Portweinarten, Traubensorten, Süssegraden, Art der Reifung (im Hozfass oder in der Flasche), Länge der Reifephase,  mit oder ohne Jahrgang sowie an Qualitäten.

Traditionellerweise werden in Portugal die Rebberge im Mischsatz bepflanzt. 20 verschiedene Traubensorten in einer Anlage sind keine Seltenheit. Touriga Franca, Touriga Nacional, Tinta Roriz und Tinta Barroca sind die wichtigsten und zugleich edelsten Sorten für die Bereitung von rotem Port.


Portweinarten
Im Gegensatz zur landläufigen Meinung gib es nicht „einen“ Portwein, sondern es gibt „Portweine“ mit verschiedenen Geschmacksrichtungen und Eigenschaften.

Die Weine mit fruchtigem Charakter sind Weine, bei denen man die Farbe und das fruchtige Aroma eines jungen Weines behalten möchte. Zu dieser Weinart gehören nach aufsteigender Qualitätsordnung die Klassen Ruby, Late Bottled Vintage (LBV), Single Quinta Vintage und Vintage. Vintage- und LBV-Weine sollen gelagert werden, denn sie altern gut in der Flasche. Die Alterung im Holzfass ist zeitlich begrenzt.


Die Weine mit Reifungscharakter sind Weine, die eine mehr oder weniger lange Reifung in Holzfässern gehabt haben. Ihre Farbe ist hell und die Aromen erinnern an Trockenfrüchte und an Holz; je älter der Wein, desto stärker sind diese Eigenschaften. Zu dieser Weinart gehören Tawny, Tawny mit Altersangabe (10, 20, 30 und 40 Jahre) und Colheita-Weine, welche aus einem einzigen Jahr entstammen. Nach der Abfüllung sind sie sofort trinkreif.  
(Quelle: Instituto do Vinho do Porto)

Weisser Portwein

Die weissen Portweine unterscheiden sich durch ihren Süssegrad von trocken über halbtrocken bis honigsüss. Weisse Portweine mit längerer Fasslagerung sowie weisse Jahrgangsports findet man heute sehr selten.


Ruby-Portwein

Die klare, lebendige rote Farbe dieses Weines erinnert an den Edelstein gleichen Namens. Das Aroma ist fruchtig und voller Kraft. Ein Ruby, dessen Reifung in grossen Behältern vorgenommen wird, entstammt aus mehreren Weinlesen. Für Qulitäts-Ruby-Ports, wie z.B. den Six Grapes von Graham‘s werden ausschliesslich Edeltrauben verwendet.


Tawny-Portwein

Dieser Wein wird durch den Verschnitt von Portweinen mit unterschiedlichen Reifegraden erreicht. Er lagert ca. 3 bis 5 Jahre in Holzfässern oder kleinen Bottichen. Der Produzent versucht einen bestimmten Vermarktungsstil beizuhalten.  Seine Farbe entwickelt sich allmählich, Sie kann hellrot, hell oder sehr hell sein, je älter, desto vollmundiger und erlesener ist der Charakter


Tawny-Portwein mit Altersangabe (10, 20, 30 oder 40 Jahre)

Dieser Wein von sehr guter Qualität wird durch den Verschnitt von verschiedenen Jahren erhalten. Er lagert in Holz während unterschiedlich langen Zeitperioden, wobei das auf dem Etikett erwähnte Alter dem ungefähren Durchschnitt des Alters der Fasslagerung der verschiedenen Weine, welche verschnitten werden entspricht. Das Oxidations-Bouquet zeichnet sich durch Aromen nach Trocken-früchten, gerösteten Produkten und Gewürzen aus, die bei älteren Weinen stärker zum Ausdruck kommen. Im Mund sind sie lieblich und harmonisch mit einem langanhaltenden Aroma.


Colheita

Beim Colheita handelt es sich um einen Wein von sehr guter Qualität, der aus einer einzigen Weinlese stammt. Er lagert in Holz während unterschiedlich langen Zeitperioden von mindestens 7 Jahren. Während des Alterns in Holzfässern entwickelt sich sein junges, fruchtiges und frisches Aroma nach Trockenfrüchten, gerösteten Produkten, Holz und Gewürzen. Im Laufe der Lagerung bildet sich ein sanftes, harmonisches und komplexes Bouquet.


L.B.V. (Late Bottled Vintage) Portwein

Der L.B.V. stammt wie der Vintage oder der Colheita aus einem einzigen Jahr. Er wird nach 4 bis 6 Jahren Fassreife abgefüllt und ist trinkreif, sobald er auf den Markt kommt. Die Etikette trägt sowohl das Jahr der Ernte, als auch das Jahr der Abfüllung. Der L.B.V. ist ein lieblicher Wein, der sich durch seine Struktur, Harmonie und Ausgeglichenheit auszeichnet.


Single Quinta Vintage-Portwein

Der „Single Quinta Vintage“ ist ein Jahrgangsportwein aus einer einzelnen Lage (Rebberg). Ansonsten entspricht er dem Vintage, welcher im Gegensatz zum Single Quinta Vintage aus mehreren der besten Lagen entstammt. Single Quinta Vintage werden auch in Jahren gekeltert, in denen kein „Vintage“ deklariert wird.


Vintage-Portwein

Der Vintage gilt als König der Portweine. Nur etwa ein Prozent der Portweine sind „Vintages“, sie werden nur in aussergewöhnlichen Jahren produziert. Der Wein stammt aus einer Ernte und wird nach zwei bis drei Jahren im Fass abgefüllt. In der Flasche reift der Wein über Jahre seinem Höhepunkt entgegen. Ein Vintage muss fünf bis acht Jahre in der Flasche liegen, ehe er seine Trinkreife erreicht.